Bericht Bierwanderung Aktive Herren 2025
TV Aarwangen News sportlich präsentiert von
18. Oktober 2025
Bei herrlichem Wetter trafen sich 13 Aktivturner zur diesjährigen Bierwanderung. Ausgangspunkt um 11:00 Uhr am Samstagmorgen war der Bahnhof Bannwil. Beim neuen Kassier wartete bereits der erste Posten. Stolz servierte der Kassier (auch genannt El Padrone) Burgdorferbier, Wurst und Brot. Nach dem ausgiebigen Brunch trat der diesjährige Organisator (K.R. aus L.) vor die Gruppe und nötigte jeden, einen Zettel mit einer Aufgabe zu beschriften. Diese Zettel wurden sodann zusammengefaltet und als Lose verteilt. Jeder Turner musste fortan zwischen den Bierposten seine gezogene Aufgabe erfüllen. So kam es, dass El Padrone bereits am frühen Morgen in nüchternem Zustand oberkörperfrei durch Bannwil marschieren sollte.
Es folgten zwei weitere Posten: Ein Bier aus dem Schwarzwald bei K.R., ein halbliter Bier (endlich!) bei S.F. aus B. Nach dem Bestaunen der vor dem Hofe F. freistehenden Landmaschinen führte der Weg zum Aarebeizli. Die Jungen servierten «Herrgöttli» Feldschlösschen Bier. Ein kulinarisches Highlight. Noch etwas verhalten wurde zum ersten Mal das Turnerlied angestimmt. Auch der Gassenhauer «Mir si vo Muemetu» war alles andere als laut. Die Turner mussten nach den erst vier Bierposten gnadenlos erfahren, wie es sich anfühlt, nüchtern vor vielen fremden Leuten zu singen. Gute 6 Stunden später war von diesem Schamgefühl allerdings nichts mehr übrig. Dazu später.
Der Weg führte entlang der Aare zur Risi. Bei der Risi wartete eine im Gebüsch versteckte Harasse regionales Bier auf die Turner, welche natürlich dann auch mitgetragen werden musste. Das war hervorragend geplant. Vielen Dank an dieser Stelle dem Organisator für das angenehme Tragegefühl der Harasse.
Mittlerweile lag das alljährlich mitgeführte und seit mehreren Jahren nicht mehr geprüfte Promillemessgerät ab, sodass sämtliche Turner den Überblick über ihren Promillewert verloren. Nun kam Panik auf: «Was machen wir jetzt?» stellte sich ein junger Turner die Frage. Zum Glück war unser Medizinmann R.B. aus A. vor Ort. Problemlos stellte er uns bei Magenproblemen eine gratis Darmspiegelung in Aussicht, womit sich sämtliche Gemüter beruhigten.
Die Wanderung führte sodann zu eben diesem Medizinmann. Nebst dem südländischen Bier mussten die Turner ein Medizin-Quiz à la Numerus Clausus beantworten. Für die quasi noch nüchternen Turner war dies kein Problem. Fragen wie «wie viele Liter Blut werden pro Minute durch den Körper gepumpt» wurden von allen souverän und absolut fehlerfrei beantwortet. Da muss sich der selbst ernannte Darmspiegler schon etwas Besseres einfallen lassen. Spass. Merci dem Medizinmann für die tolle Abwechslung.
Weiter gings mit dem Posten von L.S. aus A. bei welchem uns ein hohes politisches Empfangskomitee begrüsste. Schliesslich traf die Gruppe in Muemetu ein. Der Oberturner organisierte einen «Vietnam-Posten»: Vietnamesisches Bier mit den passenden Snacks. Welch Freude für die anwesenden Turner. Mit dem herrlichen Fischgeschmack im Mund gings weiter zum Präsidenten, welcher französisches Bier servierte. Über den Munihoger gelangten die Turner zum «Häum», wo T.K. seinen Posten beherbergte.
Plötzlich stieg ein attraktiver Turner Ü40 aus einem VW mit grossen Auspuffrohren. M.F. aus A. (auch bekannt als Willu) brachte den Turnern ein «Wegbier» für die weite Strecke vom «Häum» bis in den Rank. Dafür wurde er gefeiert und verehrt. Herzlichen Dank nochmals an Willu.
Im Restaurant Rank angekommen, wurde das letzte Bier serviert. «13 Fläsche» brüllte S.K. aus A lautstark durch das Restaurant. Der neue Wirt zuckte zusammen. Diese Stimme kam ihm bekannt vor. Es stellte sich heraus, dass S.K. aus A. nicht zum ersten Mal im «neuen» Rank logierte. Zwischen ihm und dem neuen, noch sehr jungen aber sympathischen Wirt hatte sich bereits eine Hassliebe entwickelt. Sogleich deckten sich die beiden mit Sprüchen ein als gäbe es kein Morgen. Der Wirt zog dabei jedenfalls nicht den Kürzeren.
Als die Turner genüsslich am letzten offiziellen Bier der Bierwanderung nippten, kehrte etwas Ruhe ein. Plötzlich erhob sich der sonst zurückhaltende und bedächtige T.K. aus A zu einer motivierenden Brandrede. Nun hagelte es Rede um Rede. Der Oberturner verdankte den Präsidenten, der emotional gerührte Präsident verdankte den Oberturner und die Turnerschar. Die sich halb in den Armen liegenden und bereits emotional weichgekochten Aktivturner hätten noch lange Lobeslieder aufeinander gesungen aber der neue Wirt im Rank zog mit dem Service des Hauptganges einen Schlussstrich unter diese emotionalen Eskapaden. Es wurde ruhig. Das Cordonbleu scheint auch unter der neuen Restaurantbesetzung zu munden.
Nach dem Essen gaben die Ländereien diverser angesehener Adelsfamilien zu reden. Zu hören waren Wörter wie «Zwangsheirat», «das Hause K. aus A.», «hast du nicht noch ein Familienmitglied, das du mir verheiraten kannst, damit sich unsere Häuser verbinden». Ob die Diskussionen hochstehend waren, wissen wir nicht. Jedenfalls gab es auch trotz mehrmaligem lautstarken «mir si vo Muemetu» keine Beschwerden – weder vom Wirt noch von den Gästen. So fühlte sich die Turnerschar bis spät Abends wohl und zufrieden in der Dorfkneipe.
Für die Aktiven: Cedu